Erfolgsmuster 2019-02-15T16:03:55+00:00

Erfolgsmuster für Organisationen

Erfolg hängt heute nicht mehr nur von der richtigen Strategie und effizienten Strukturen ab, sondern mindestens ebenso sehr vom gezielten und kreativen Nutzen von Erfahrung und Intuition, von gemeinsamen Werten und der Fähigkeit, auch in unplanbaren Situationen gemeinsam schnell und flexibel zu reagieren.

Worin bestehen die Stärken und Erfolgsmuster einer Organisation? Warum brauchen wir für Innovationen und neue Strategien das ‚implizite Wissen‘, aus dem die Erfolgsmuster bestehen? Sind sie das eigentliche Baumaterial für innovatives Handeln?

Was genau sind Patterns?

Wenn wir einen Fluss überqueren möchten, haben wir verschiedene Möglichkeiten die wir wählen können. Wir können schwimmen (oder durchwaten), ein Boot nehmen oder über eine Brücke gehen. In den meisten Fällen wählen wir die Brücke, oder?

Die Brücke ist uns als erprobtes Pattern bestens bekannt. Dieses Muster (für die Herausforderung Verbindung von A nach B über das Hindernis Fluss) muss sich den jeweiligen Bedürfnissen der Nutzer, den geographischen, geologischen oder klimatischen Gegebenheiten, den vorhandenen Ressourcen anpassen und veränderungsfähig bleiben. Das Wichtigste aber: Wir werden nicht nass und müssen auch nicht auf ein Boot warten oder eines organisieren.

Die drei Möglichkeiten, einen Fluss zu überqueren, können wir auch Erfolgsmuster (patterns) nennen. Wir haben ein Problem und verschiedene Verfahrensweisen, die zu einer Lösung führen. Bleiben wir bei der Brücke als Erfolgsmuster: je nach geografischen Gegebenheiten variiert die Brücke in ihrer Länge, Breite, Konstruktion, optischen Aussehen und ihrer Funktion (Fußgängerbrücke, Autobahnbrücke etc.). Dennoch erkennen wir sie als Brücke; Erklärungen und Beschreibungen, was eine Brücke ist, brauchen wir nicht. In Verbindung mit anderen Mustern (Verfahren) – zB wie der Übergang zwischen Wasser und Land dauerhaft gestaltet werden kann (befestigt: Landesteg, beweglich: Ponton), welche Oberfläche sich für die Befahrung/Begehung der Brücke anbietet (je nach Ressource und Beständigkeit z B. Holz, Metall oder Asphalt) oder wie die Aufhängung einer Brücke aussieht, wenn diese nicht im Flussbett verankert werden kann, ensteht eine Mustersprache: das Wissen über verschiedene, erfolgreich erprobte Verfahrensweisen, die sich für verschiedene Problemlösungen in komplexen Situationen eignen.

Systematische Beobachtungen haben gezeigt, daß dynamische Prozesse in der Natur sich nach verschiedenen Grundmustern richten und daraus immer wieder neue Lösungen produzieren. Die modernen Neurowissenschaften haben herausgefunden, daß unser Gehirn nach den Grundprinzipien der Mustererkennung und -verarbeitung funktioniert.

Muster und eine Mustersprache beinhalten daher, mit dem impliziten Wissen der Erfahrung aus der Praxis, die Grundinformationen für eine Vielzahl von Problemlösungen, die sich – wie in der Natur – im Handeln, im konkreten Tun, immer wieder neu erfinden (Prinzip der Performativität) und unterschiedlichste Formen annehmen können und damit flexibel und anpassungsfähig sind. Damit können wir uns von den Standardlösungen (häufig fälschlicherweise ‚Musterlösungen‘ oder ‚best practice‘ genannt) entfernen, die unsere moderne Welt oft nicht nur ästhetisch einförmig (Innenstädte, Flughäfen), sondern auch technisch und sozial uniformieren.

Übertragen wir nun das Prinzip auf Organisationen. Haben wir eine innovative Idee, bestehen viele Möglichkeiten (Verfahrensweisen), diese im Unternehmen zu präsentieren und umzusetzen. Wir können es den Kollegen erzählen, ein Meeting einberufen, es für uns behalten oder es der Geschäftsleitung präsentieren. Wir wählen die Möglichkeit, von der wir uns erhoffen, den größtmöglichen Erfolg zu erzielen; wir verknüpfen sie uU mit anderen erfolgreich erprobten Mustern.  Genau an dieser Stelle knüpfen Erfolgsmuster in Organisationen an.